LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE DES TEAM WEIMARER INGENIEURE,
die diesjährige Triathlon-Saison nimmt, genau wie unser Team, immer mehr an Fahrt auf. Ligaübergreifend sind fünf von zehn Rennen geschafft. In der 1. Bundesliga zeigten sich unsere Jungs am vergangenen Wochenende in Tübingen im Vergleich zum Auftakt im Kraichgau leicht verbessert. Im Unterhaus hat das Team nach dem siebten Platz zum Auftakt in Gütersloh, wo man schon auf Tuchfühlung mit den vorderen Plätzen war, nun einen doch recht deutlichen Sprung in der Tabelle der 2. Bundesliga-Nord gemacht. An den Schwung vom Heimsieg, konnte im hohen Norden in Itzehoe angeknüpft und erneut eine Podiumsplatzierung erreicht werden. In dieser Ausgabe blicken wir auf die letzten Rennen zurück, ordnen diese detaillierter ein und erklären, wie beim nächsten Rennen wieder alle dabei sein können.
Eine neue Saison beginnt nach der langen Winterpause im Triathlon immer mit einer gewissen Unbekannten. Zwar kann man seine eigene Leistungsfähigkeit meist schon sehr gut einschätzen, den Stand im unmittelbaren Vergleich zur Konkurrenz im Ligamodus jedoch nie so ganz vorhersehen. Im vergangen Jahr startete der erste nationale Vergleich in beiden Ligen mit einer absoluten Bruchlandung. Ein letzter Platz und jede Menge Unsicherheiten standen zu Buche. Das Selbstbewusstsein für einen deutlich erfolgreicheren Saisonverlauf holte man sich daraufhin in der 2. Bundesliga, vor allem beim Heimrennen in Weimar. Wer die diesjährige Saison bereits ein wenig verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass es sich im Verlauf fast um eine Kopie handelt. Zwar war der Start nicht ganz so sehr missglückt wie vergangenes Jahr, dennoch tat sich unser Team zu Beginn schwer. Der 13. Platz im Kraichgau (1. Bundesliga), sowie der 7. Platz in Gütersloh (2. Bundesliga) waren nicht der Anspruch unserer Mannschaft.
Eine ganz andere Energie zeigte sich Ende Juni dann zu unserem Heimrennen bei der Teamstaffel in Weimar. Während im Vorfeld noch verhalten Richtung Siegertreppchen geschielt wurde, zeigten unsere Jungs von Rennbeginn an, welche Marschroute sie beim Kulturstadttriathlon gehen wollen. Philipp Mack behauptete sich beim Schwimmstart im engen Feld und sicherte sich eine gute Ausgangsposition für sein weiteres Rennen. Auf dem Rad fuhr er taktisch klug in der Gruppe, welche den beim Schwimmen enteilten Münsteraner verfolgte. Den Anschluss stellte Philipp pünktlich zum Wechsel auf Phil Pfeifer her, der knapp hinter Berlin und kurz vor Münster sein Rennen begann. Das Wasser des Schwanseebades verließ er bereits als Führender. Diese Position baute er solo auf dem Rad und beim Lauf mit einem, für sein junges Alter, beeindruckenden Willen aus. Lokalmatador Leon Fischer machte es ihm gleich und zeigte eine nicht weniger positive Energie. Angetrieben von der lautesten Fankurve der Triathlon-Bundesliga blieb ihm auch nichts anderes übrig, als den Vorsprung weiter auszubauen und Schlussstarter Theo Sonnenberg eine perfekte Ausgangsposition zu beschaffen. Dieser zeigte dann seine ganze Klasse und legte die beste Einzelzeit des Tages hin. Die Belohnung folgte im Ziel, wo er als Erstplatzierter das Zielbanner hochhalten durfte. Dank der geschlossenen Teamleistung und des unermüdlichen Supports am Streckenrand, erreichten unsere Jungs nicht nur einen kaum gefährdeten Tagessieg, sondern viele neue Herzen für unseren Sport!
Eine beeindruckend geschlossene Mannschaftsleistung zeigte unser Team zwei Wochen darauf auch beim dritten Rennen der 2. Bundesliga in Itzehoe. Zwar reichte es in Schleswig-Holstein nicht zum Sieg, mit dem dritten Platz erreichte man dennoch das Podium und damit das gesteckte Ziel. Das in Itzehoe ausgetragene Enduro-Format, bei dem man zwei kurze Triathlons ohne Pause hintereinander absolviert, stellte einen weiteren neuen Modus im Ligabetrieb dar. Phil Pfeifer überzeugte als 10. am stärksten in einem sehr schnelllebigen Rennen. Dicht gefolgt von John Heiland (12.), Leon Fischer (15.) und Stig Rudolph (18.). Das Letzterer, aufgrund des Streichwerts, mit einem 18. Platz nicht mehr in die Wertung kommt, unterstreicht die starke Teamleistung. Wären alle vier Starter in die Wertung eingegangen, hätte das Team Weimarer Ingenieure einen sehr deutlichen Tagessieg eingefahren. Sei es drum, die Formkurve zeigt steil nach oben, was sich auch in der Tabelle bemerkbar macht. Nach drei von fünf Rennen kletterte unser Team vom siebten auf den zweiten Platz.
Zu den Ergebnissen und Tabellen
Eine deutliche Verbesserung sollte auch das zweite Rennen der 1. Bundesliga in Tübingen bringen. Da die Leistungsträger Alexander Kull und Richard Feuer verletzungsbedingt weiterhin fehlen, ist unsere Teamleitung in diesem Jahr mehr und mehr gezwungen, von der Teamphilosophie abzuweichen. Extern hinzugezogene Athleten sollten eigentlich nur punktuell unterstützen, um die Vereinsziele auf höchstem Niveau nicht zu gefährden und um die strukturelle Ausrichtung des Teams abzusichern. In der Stadt am Neckar standen, wie bereits im Kraichgau, mit Lawrence Martindale und Tom Tyler zwei Briten an der Startlinie. An dieser Stelle müssen wir auch Philipp Mack erwähnen, der letztes Jahr aus selben Gründen aus Würzburg zum Team geholt wurde. Ein Umstand, den wir zuvor bei anderen Teams oft kritisiert haben. Warum? Weil der Bezug zum Stammverein oft gänzlich verloren geht, nachhaltige Triathlonprojekte im Bundesligavergleich das Nachsehen haben und damit ihre selbst ausgebildeten Nachwuchsathleten auch an andere Vereine verloren gehen. Die angestrebte Vereinsphilosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und diesem eine Perspektive auf höchstem Niveau zu bieten, besteht für unser Team selbstverständlich weiterhin. Die aktuelle Entwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt aus Weimarer und Thüringer Sicht eher ein Fingerzeig dahingehend, dass eigene Athleten auf absoluten Topniveau in der Breite fehlen und der eingeleitete Umbruch einfach mehr Zeit benötigt. Das ist bei der noch jungen Erstligazugehörigkeit durchaus verständlich, dennoch offenbart es die Abhängigkeit von einzelnen Athleten, welche insgeheim eine enorme Verantwortung tragen. Vielleicht ist dies eine Baustelle, bei der das Team in Zukunft noch enger zusammen rücken und neue Führungsathleten formen muss.
Umso wichtiger wurde am vergangenen Wochenende der Teamspirit, um den neuen Jungs, welche selbstverständlich auch unsere Jungs sind, die Basis für ein bestmögliches Ergebnis zu liefern. Dabei waren die Erfahrungen von langjährigen Athleten wie John Heiland und Ersatzstarter Theo Sonnenberg besonders wertvoll. Die größte Hoffnung lag zweifelsohne auf der Schwimmstärke von Lawrence. Die wurde direkt beim Start unter der Eberhardsbrücke sichtbar, also er nach wenigen Metern einen bereits beachtlichen Vorsprung vor dem Großteil des Feldes hatte. Gemeinsam mit Top-Athleten wie Mark Devay und Rico Bogen stieg Lawrence aus dem Wasser. Die schnellste Wechselzeit bescherte ihm dann den sicheren Platz in der sechsköpfigen Spitzengruppe. Das Hauptfeld versammelte sich auf der Radstrecke in der Verfolgungsgruppe, der auch Philipp angehörte. Tom und John verpassten den Anschluss leider knapp und mussten diesem Umstand auf dem Rad in einer kleinen Vierergruppe leider Tribut zollen. Denn die Post ging ganz vorne so richtig ab. Der Vorsprung der Spitzengruppe vergrößerte sich stetig bis zum Laufen. Dort musste Lawrence die Spitzenathleten schlussendlich ziehen lassen, er sicherte sich dank des großen Vorsprungs aber einen sehr starken 10. Platz, von dem das gesamte Team profitierte. Philipp, der in der Verfolgergruppe vergeblich um eine gute Position bemüht war, zeigte einen schnellen zweiten Wechsel und behauptete seinen 27. Platz bis zum Schluss. Tom als 50. & John als 55. holten alles aus sich raus und ermöglichten so den 11. Platz in der Teamwertung. Die angestrebte Top 10-Platzierung wurde mit zwei Platzziffern denkbar knapp verpasst. Unter dem Strich spiegelte das Ergebnis die Leistung aber wieder. In der Tabelle bleibt unser Team auf dem 13. Platz und wird in diesem Jahr an erster Stelle den Abstieg abwenden müssen, bevor weitere Ziele in Betracht gezogen werden können.
Bereits kommende Woche, am 3. August, können unsere Jungs die nächsten wichtigen Zähler in der 1. Bundesliga sammeln. Im Rahmen des Saisonhöhepunkts namens "Die Finals" messen sich die besten deutschen Triathleten auf der Sprintdistanz. Bei diesem Rennen, welches in Dresden ausgetragen wird, werden sich dann auch vorwiegend Athleten aus den eigenen Reihen bei der gleichzeitig stattfindenden Deutschen Meisterschaft beweisen können. Wer sie dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Ausflug nach Elbflorenz machen und sich den ingWE-Ultras anschließen. Neben Frauenkirche, Fürstenzug und Semperoper, werden dann auch die besten Triathletinnen und Triathleten eine Attraktion sein. Die Rennen werden außerdem in ARD und ZDF übertragen.