LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE DES TEAM WEIMARER INGENIEURE,
das lange Warten hat endlich ein Ende. Die Saisonpause ist Geschichte und unsere Jungs sind zurück auf der großen deutschen Triathlonbühne. Die ersten Rennen der Saison 2026 stehen in den Büchern und liefern damit die Antworten auf die brennenden Fragen, welche wir uns alle vor dem Start gestellt haben. Ein Blick zurück genügt, um die Spannung zu verstehen: In den vergangenen beiden Saisons war genau dieser Start der wunde Punkt unseres Teams. Nicht, weil es an Können oder Vorbereitung gefehlt hätte – im Gegenteil, das hat der weitere Jahresverlauf gezeigt. Doch beide Male wollte der Motor im entscheidenden Moment nicht so recht anspringen. Kleine Fehler, unglückliche Konstellationen und ein Hauch von Unsicherheit standen unseren Jungs im Weg. Es waren Auftakte, die nicht das widerspiegelten, was dieses Team eigentlich ausmacht. Und doch: Sie blieben die einzigen Dellen in ansonsten stabilen Jahren. Denn was folgte, war jeweils eine beeindruckende Entwicklung, ein konsequentes Hochfahren der Leistung, welche das Team weit nach vorne brachte und die verpassten ersten Schritte fast vergessen ließ. Genau deshalb war dieser neue Saisonbeginn mehr als nur ein erster Termin im Kalender. Er war ein leiser Test, ob sich die Erfahrungen der letzten Jahre in Stabilität verwandelt haben.
Dieses Mal war alles anders. Im uns gut bekannten Staffelformat, welches auch beim Kulturstadttriathlon ausgetragen wird, zeigte das Team Weimarer Ingenieure im Kraichgau von Beginn an all seine Qualitäten. Der Auftakt saß – kontrolliert, mannschaftlich geschlossen und mit einer Energie, die von Anfang an spürbar war und in dieser engen hochklassigen Liga unabdingbar ist. Als hätten sie genau auf diesen Moment gewartet, um zu zeigen, dass sie gewachsen sind und auch früh im Jahr ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen können. Die Leistungsträger und Stützen des Teams alle fit und voll fokussiert, so wie wir uns Leader vorstellen, wenn es drauf ankommt. Das beste Tagesergebnis der vergangenen Saison aus Hannover konnte wiederholt werden und legt den Grundstein für eine erfolgreiche Bundesliga-Saison.
Alex setzte sich beim umkämpften Start gut durch und eroberte im Getümmel eine hervorragende Position bei der ersten Boje. An fünfter Stelle liegend stieg er aus dem Wasser und erarbeitete sich damit eine komfortable Ausgangsposition. In der großen Radgruppe zeigte er seine ganze Erfahrung und setzte alle Wünsche des Trainers um. Zunächst taktisch klug im Windschatten, um ausreichend Körner zu sparen, kurz vor dem Ende ganz vorne, für einen perfekten zweiten Wechsel. Auf dem zweiten Platz liegend verfolgte er Justus Töpper und überholte ihn sogar kurz vor Ende!
In Führung liegend hatte Leon die perfekte Ausgangsposition für sein Rennen. Im Wasser behauptete er sich gut gegen die Konkurrenz und musste kaum Zeit einbüßen. Auf dem Rad schob sich ein Großteil des Feldes wieder zusammen. Einige Attacken, die Wendepunkte, als auch die kurze Distanz sorgten für ein anspruchsvolles Radfahren im zweiten Durchlauf. Leon musste dem ein Stück weit Tribut zollen und wechselte am Ende der Gruppe zum Laufen. Dort holte er alles aus sich heraus, musste die sportlich stark besetzte Spitze jedoch ziehen lassen.
Die ersten acht Teams waren enteilt als John seinen Sprint in den Hardtsee begann. Damit war für ihn die große Radgruppe nicht mehr erreichbar. Gemeinsam mit Roth und Münsterland begab er sich aber auf die Verfolgung. Der Vorteil seiner kleinen Radgruppe wirkte sich zumindest positiv beim Blick nach hinten aus. Der Abstand wurde immer größer und sorgte für Sicherheit. Nach ganz vorne war der Abstand nun endgültig zu groß, die Top 10 blieb aber stetig in unmittelbarer Reichweite. Johns starker Lauf ermöglichte einen Showdown um diese Platzierung.
Beim letztjährigen Kulturstadttriathlon konnte Theo bereits Erfahrungen als Schlussathlet in der Staffel sammeln. Die Herausforderung und Aufgabe im Kraichgau war dennoch größer. Im unmittelbaren Kreis von vier bis fünf Mannschaften ging es nun um jede Position. Ein starkes Schwimmen und Radfahren sorgte für das große Finale beim Laufen, wo Theo seine ganze Stärke unter Beweis stellte. Den Teams aus Roth und Darmstadt musste er sich geschlagen geben, dafür sicherte er uns den starken 9. Platz gegen Ratingen, sowie Münsterland. Die Zielstellung Top 10 war erreicht.
Fotos (1-5): Jana Blümel
Eine große Überraschung war das Auftaktergebnis in der 2. Bundesliga-Nord eine Woche darauf nicht. Mit einer fast identischen Besetzung schickte die sportliche Leitung unser Team nach Itzehoe, um auch dort einen besseren Start ins neue Jahr zu erreichen. Einzig Thorben Hädrich rückte für Alexander Kull ins Team. Dieser erwischte den besten Start beim Enduro-Format, wo zwei Supersprint-Triathlons ohne Pause hintereinander absolviert werden. Seine drei Mitstreiter mussten sich beim Radfahren den Anschluss zunächst erkämpfen, bestimmten den Rennausgang von da an aber voll mit. Theo gelang mit all seiner Klasse der Tagessieg in der Einzelwertung, zusätzlich bescherten John und Leon dem Team mit ihren Platzierungen einen starken zweiten Platz in der Mannschaftswertung. Einzig und allein das Kölner Team war mit einer einzigen Platzziffer besser und holte den Sieg. Unter dem Strich eine gute Basis für die anstehenden Aufgaben, von der auch die Nachwuchstalente profitieren, wenn sie dann im Laufe der Saison ihr Können unter Beweis stellen werden.
Foto: Frank Schoof
Der Saisonstart ist gelungen. Nicht spektakulär im lauten Sinne, sondern überzeugend in seiner Ruhe. Ein Fundament, das diesmal nicht erst repariert werden muss, sondern von Beginn an trägt. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Veränderung der neuen Saison: Dass der erste Schritt nicht mehr ein Problem ist, sondern ein Versprechen. Dieser Start gibt Rückenwind. Er ist nicht sofort sichtbar oder messbar. Aber er ist da und kann die Dynamik einer Saison verändern. Er nimmt Druck aus den Momenten, in denen früher Zweifel entstanden wären. Er gibt Tempo, ohne dass man es erzwingen muss. Und er sorgt dafür, dass die Richtung nicht jedes Mal neu gesucht werden muss, sondern bereits vorgegeben scheint.
Doch der Wind wird auch mal drehen, denn was vor uns liegt, ist keine einfache Strecke. Die Konkurrenz ist stark und wird genauso für Überraschungen sorgen. Es gilt daher den Schwung mitzunehmen und als Team eng zusammen zu bleiben. Es wird in einer langen Saison den Unterschied machen, zwischen einem guten Verlauf oder einer Geschichte, die in ganz besonderer Erinnerung bleiben wird. Möglich ist es!
Zum Abschluss noch eine Botschaft, die uns sehr wichtig ist und gerne mit allen Athletinnen und Athleten geteilt werden darf: Wir wünschen all unseren Nachwuchstalenten aus Thüringen und vom Team Weimarer Ingenieure eine erfolgreiche Deutsche Meisterschaft am kommenden Wochenende in Lübeck. Fahrt mit Herz, Leidenschaft und dem Vertrauen in eure eigenen Fähigkeiten zu eurem ersten Höhepunkt des Jahres. Wir werden eure Rennen mindestens genauso gespannt verfolgen, wir werden mitfiebern und zusehen, wie ihr eure eigenen Kapitel schreibt. Dieses Rennen ist mehr als nur die Jagd nach Sekunden oder Platzierungen. Es ist die Chance, Erfahrungen zu sammeln und an der Herausforderung zu wachsen. Habt den Mut, Fehler als Teil des Lernens zu akzeptieren, an euch zu glauben und niemals den Spaß am Wettbewerb zu verlieren. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass ihr diese Momente so schnell nicht mehr vergesst und sie immer auch die Basis für das was kommt darstellen.
Wir sehen uns zum Kulturstadttriathlon am 28.06. im Schwanseebad. Bis dahin, FORZA ingWE!